»Ich lerne«, versetzte Heinrich, »meine Gegend erst recht kennen, seit ich weg bin und viele andre Gegenden gesehn habe. Jede Pflanze, jeder Baum, jeder Hügel und Berg hat seinen besondern Gesichtskreis, seine eigentümliche Gegend. Sie gehört zu ihm und sein Bau, seine ganze Beschaffenheit wird durch sie erklärt. Nur das Tier und der Mensch können zu allen Gegenden kommen; alle Gegenden sind die Ihrigen. So machen alle zusammen eine große Weltgegend, einen unendlichen Gesichtskreis aus, dessen Einfluß auf den Menschen und das Tier ebenso sichtbar ist, wie der Einfluß der engern Umgebung auf die Pflanze. Daher Menschen, die viel gereist sind, Zugvögel und Raubtiere, unter den übrigen sich durch besondern Verstand und andre wunderbare Gaben und Arten auszeichnen. Doch gibt es auch gewiß mehr oder weniger Fähigkeit unter ihnen, von diesen Weltkreisen und ihrem mannigfaltigen Inhalt und Ordnung gerührt, und gebildet zu werden. Auch fehlt bei den Menschen wohl manchen die nötige Aufmerksamkeit und Gelassenheit, um den Wechsel der Gegenstände und ihre Zusammenstellung erst gehörig zu betrachten, und dann darüber nachzudenken und die nötigen Vergleichungen anzustellen.

aus Novalis:  Heinrich von Ofterdingen - Kapitel 24

 

 

 

Bewegungen an einer Kreuzung, 2017, Bleistift auf Papier

 

 

 

 

 

 

 

 

Bewegungen einer Zugfahrt in 6 Etappen - zwischen Hannover und Stuttgart, Bleistift auf Papier, 2017

 

"Das ist alles, was zwischen zwei Orten ist - nicht mehr"

 

 

 

 

 

 

 

Skizzen aus "Irgendwo dazwischen", Bleistift auf Papier, 2016

 

Alle Zeichnungen sind “irgendwo dazwischen" entstanden - im Zug, im Bus, in Straßenbahnen usw.

 

 

 

 

 

 

Bewegungen einer Autofahrt in 3 Etappen - zwischen Stuttgart und Hannover, Bleistift auf Papier, 2017